|
BELTRING 2005 |
War and Peace Show 16. Juli bis 25. Juli |
|
| letzte Aktualisierung 29.08.2005 |
|
... TEIL 2 |
|   |
|
|
| Mitteldeutschland, Anfang Juli:
|
| Ring frei zur nächsten Runde. Wieder geht es auf zu Frank, um „The Noize“ das Bremsen beizubringen,
|
| denn die Hupe ist nicht laut genug und einen Anker gibt es offensichtlich nicht. Natürlich ist Mark
|
| wieder mit dabei und auch der Mc Donalds darf nicht fehlen. Zu Beginn der Arbeiten müssen wir entsetzt
|
| feststellen, dass der „reboot“ am rechten Vorderrad für die Katz war. Dieses ominöse Gummiteil ist
|
| an mehren Stellen gebrochen. Der Gummi ist äußerlich in Ordnung, kann aber ohne Kraftaufwand mit einem
|
| Finger auseinandergerissen werden. Also nochmals diese widerliche Arbeit und die Reste gegen einen
|
| neuen Boot auswechseln.
|
|   |
| Ebenso unerfreulich erweist sich der Zustand des Hauptbremszylinders. Der daran angebaute Vorratsbehälter
|
| der Bremsflüssigkeit, seit längerem leer, enthält einen Bodensatz undefinierbarer Farbe und Konsistenz.
|
| Die Zylinderoberfläche selber zeigt Korrosionsspuren. Also raus damit und einen neuen eingebaut, den
|
| Frank rechtzeitig bestellt hatte. Nun schlägt die Stunde der Wahrheit. Bremsflüssigkeit einfüllen und
|
| einzeln an jedem Rad entlüften. Das vorhandene Gerät mit einer Saugpumpe erweist sich für mich als schwierig
|
| zu handhaben. Mark als Nachfüllmeister der Bremsflüssigkeit nutzt seine Käfer-Erfahrung und die Arbeit
|
| geht zügig voran. Vor allem, da Franks umfangreiche Werkzeugausstattung keine Wünsche offen lässt.
|
| Seine Erfahrung in Reparatur und Wartung von Großfahrzeugen erweist sich als unschätzbar. Dankbar bin ich
|
| für seine Geduld und seine Ratschläge, wenn ich aus Frust alles hinwerfen will. Unvergesslich sein
|
| Motivationsschub für alle Lebenslagen, wenn nichts mehr klappt: „Geht nicht gibt’s nicht!“
|
| Und sein unermesslicher Erfahrungsschatz mit Problemen, an denen selbst Fachmänner zu scheitern drohen,
|
| eröffnet eine Lösungsmöglichkeit, welche an Präzision, Leichtigkeit und Humor nicht zu übertreffen ist:
|
| “Luke, benutze die Macht!“
|
|   |
| Der einsetzende Regen hindert uns nicht weiter, denn hier im Bergischen Land ist Regen nur ein anderes
|
| Wort für Luftfeuchtigkeit. Zwischendurch fällt mir auf, dass der Kraftstofftank schwächelt. Es hängen
|
| drei Tropfen Sprit dran. Hmm, verdächtig. Muss beobachtet werden und kann mit einigen positiven Gedanken
|
| vorläufig „repariert“ werden. (Nicht daran denken, dann passiert auch nix!)
|
| Es ist soweit. Alle Bremsleitungen sind entlüftet. Mark stellt sich das erste Mal mit Kraft auf das
|
| Bremspedal...und es ist passiert! Eine Wolke aus Bremsflüssigkeit verkündet eine unzulässige Entlüftung
|
| des Leitungssystems. Vermutlich ein Mechaniker der Army hat beim Versuch eine Bremsleitung abzuschrauben
|
| dieser eine korkenzieheränliche Verformung beigebogen. Die damit verbundene Schwächung des Materials
|
| durften wir dann erleben. Meiner Freude über diesen Rückschritt sowie die Aussichtslosigkeit, dieses
|
| Wochenende endlich fertig zu werden, verleihe ich lautstark und wortgewaltig Ausdruck.
|
|   |
| Es sind ja noch zwei Wochen bis Beltring... Genug Zeit bis dahin?
|
| Wenn aber die Betriebsbremse (noch) nicht funktioniert, dann wenden wir uns eben der Handbremse zu,
|
| damit wenigstens irgend etwas verzögert. Die heftige Handbremshebel-Bewegung kommt nur ungenügend
|
| an den Bremsbacken an; nämlich gar nicht. Ein Ausbau des Seilzuges ist unvermeidlich.
|
| Konstruktionsbedingt war dieser permanent der erhöhten Luftfeuchtigkeit des Bergischen Land ausgesetzt
|
| und zeigt im trüben Tageslicht, dass er, entgegen heftigen Zusicherungen von Frank, seit langem nicht
|
| mehr funktioniert. Der Seilzug ist festgerostet, die Hebelbewegung wurde lediglich in eine Knickverformung
|
| des Zuges umgesetzt. Auch hier rettet uns das Zeitpolster von zwei Wochen vor einer mittleren Katastrophe...
|
| Aus Zorn hätte ich am liebsten den Reo genommen und in die Ecke geschmissen.
|
|   |
| Frank hat zwischenzeitlich ein KraKa aus Privatbesitz erworben. Dieses ist in einem restaurierten Zustand
|
| der seinesgleichen sucht. So schön war das KraKa wahrscheinlich nicht einmal beim Verlassen der Werkshalle
|
| des Herstellers. Kurzerhand ändere ich den Plan. Mein Jeep bleibt zu Hause, das KraKa darf nach England.
|
| Vor allem, da Franks Junior auf dem Gelände rundenlang seiner Begeisterung für diese Fahrzeug fröhnt.
|
| In desperater Gemütsverfassung und mit dem Ersatzteilkatalog im Gepäck treten wir den Rückweg an.
|
| Die Straßengeister besänftigen wir selbstverständlich mit der obligatorischen Einkehr im Restaurant
|
| "Zum goldenen M".
|
|
| Donnerstag, 14. Juli:
|
| In der Zwischenzeit ist die Anmeldebestätigung aus Beltring eingetroffen, die Ersatzteile sind
|
| be- und die Packliste ist erstellt. Schwierigkeiten gibt es aber mehr als genug. Die irgendwann in
|
| den USA erworbene Fahrzeug-Kommunikationsanlage VIC-1 ist noch immer nicht eingetroffen.
|
| Bei den Ersatzteilen ebenso Fehlanzeige. Außerdem ist der Abfahrttermin in GM auf Samstagabend
|
| fixiert wegen des Sonntagsfahrverbotes in Deutschland. Erschwerend kommt hinzu, dass Frank erst
|
| am Freitagabend von einer Einkaufstour zurückkommt. Wir haben also nur den Samstag. Das reicht
|
| aber nicht.
|
|   |
|   |
| Freitag, 15. Juli:
|
| Den Mietwagen, einen Van, packen wir mit allem, was wir zu benötigen glauben. Leider reicht der
|
| Platz nicht und ich lasse kurzerhand einige Sachen zurück; was sich später als fatal erweist.
|
| Die VIC-1 ist heute am Zoll eingetroffen. Juhu! Einen „rug-dance“ hinlegend entwinde ich dem Zoll
|
| das sowieso schon teure Paket zu einer leidlich akzeptablen Zollgebühr.
|
| Die Fahrt nach GM verläuft ereignislos, unterbrochen nur von einer „Hilfslieferung“ nach Mannheim
|
| und dem oft erwähnten Pflichtstop.
|
| Der Zeitdruck ist nun enorm. Meine verzweifelte Suche nach sideracks, Plane und Spriegeln war von
|
| globalem Misserfolg geprägt. Lediglich für die dropsides besteht eine Option, allerdings nur beim
|
| Kauf der kompletten Pritsche. Diese wollen wir am Samstagvormittag abholen, was sich aber als
|
| illusorisch erweist. Ebenfalls geht der Plan in die Binsen, die benötigte Bremsleitung an dem zweiten
|
| Reo „leihweise“ abzubauen, der auf dem Gelände zum Verkauf steht. Der neue Eigentümer holt ihn
|
| nämlich genau an diesem Samstag ab.
|
| Spät abends trifft Frank ein mit einem Sattelzug voller Land-Rover. So kaputt habe ich ihn noch nie
|
| gesehen. Er steigt aus der Zugmaschine aus, lässt das Licht an und die Türe auf und wankt in seinen
|
| Büro-Container. Der kurze Rest des Abends besteht aus gegenseitigem Austausch von Frust und der
|
| Illusion, alles am nächsten Tag erledigen zu können, weil es eben sein muß.
|
|   |
|   |
| Samstag, 16. Juli:
|
| Der Tag beginnt verspätet, aber mit einer guten Nachricht. Die erforderliche Bremsleitung ist
|
| eingetroffen. Wir vertrösten unseren Händler mit den dropsides auf Nachmittag und montieren die
|
| Bremsleitung. Nach Entlüften verläuft der abschließende Bremstest vollumfänglich und gesamthaft
|
| zu unserer Zufriedenheit.
|
| Nun muß noch der Keilriemen zum Luftpresser gespannt werden, damit das nervtötende Quitschen ein
|
| Ende hat. Im Anschluss daran wechseln wir das Motoröl und die Filter. Erwartungsgemäß endet das in
|
| einer mittleren Sauerei, wobei durch die Konstruktion des Motorraumes beim Filterwechsel die
|
| Vorderachse großflächig geölt wird. Das alte Öl, 20 Liter, wandert kurzerhand in den Kraftstofftank.
|
| Ein großer Vorteil des „Multifuelers“. Unser Reo hat inzwischen weitere Namen erhalten. „Converter”
|
| aufgrund des Turbos – „(it) converts fuel into sound“. Schlussendlich entscheidet aber die Kennzeichnung
|
| der Ausmusterungsstelle auf der Stoßstange über seinen Namen. In den USA werden die Fahrzeuge über
|
| die „DRMO“ versteigert, vergleichbar mit der deutschen „VEBEG“. Aus „DRMO“ machen wir „Dr. Mo“.
|
| Während wir fleißig werkeln sind Frank, Werner und Marc (als „der Zarte“ bekannt) damit beschäftigt,
|
| einen Bundeswehranhänger als KraKa-Tranporter umzubauen und Rampen anzufertigen. Das Problem des
|
| nicht wetterfesten Transportes unseres Gepäcks löst Frank kurzerhand, indem er uns einen Radio-Shelter
|
| für Dr. Mo ausleiht.
|
|   |
| Es ist später Abend, die Fahrzeuge sind gepackt. Frank fährt los. Wir haben vereinbart uns mit ihm
|
| und Max, Jens und Sylvia auf dem zweiten Park(!)platz in Belgien zu treffen.
|
| Nachdem Mark die VIC-1 angeschlossen und verkabelt hat brechen auch wir auf. Allerdings müssen wir
|
| in südwestliche Richtung um unsere dropsides abzuholen. Glück mit dem Wetter haben wir, es herrschen
|
| wüstenähnliche Verhältnisse; sprich: Es regnet gerade nicht. Trotzdem wird es eine Höllenfahrt.
|
|   |
|
|   |
| Sonntag, 17. Juli:
|
| Nachts mit einem ungewohnten und großen Fahrzeug zu fahren, auf Straßen die höchstwahrscheinlich
|
| während einer Amokfahrt mit einer Asphaltiermaschine entstanden sind und mit einer Karte ausgestattet,
|
| deren Maßstab keinerlei Fragen zu den Außengrenzen Europas unbeantwortet lässt komme ich wortreich
|
| zu der Erkenntnis, das die Umweltbedingungen im Bergischen Land die Menschen dort an den Rand der
|
| Existenzmöglichkeiten treiben muß.
|
|   |
| Über Umwege und mehrmaliges Umkehren finden wir gegen 01:30 endlich zu Harald Klühne und seinem Lager.
|
| Einem kurzen Umtrunk folgt die Montage der bereitgelegten dropsides. Das Ergebnis lässt sich sehen;
|
| Dr. Mo wird schöner. Wir tauschen noch die besten Wünsche aus, denn Harald fährt ebenfalls nach Beltring,
|
| allerdings zeitverzögert. An dieser Stelle meinen alllergrößten Dank an ihn. Ihm, der so geduldig
|
| auf uns gewartet hat und dann noch mitten in der Nacht uns die dropsides montieren half.
|
| Endlich finden wir ein gerades Stück Asphalt; es ist die Autobahn. Mit der aufkommenden Müdigkeit
|
| kämpfend brummen wir Richtung Belgien. Unterwegs dann der erste Fahrerwechsel; Mark darf „noizen“.
|
| Wir fahren mit offenen Seitenfenstern und angelehnten Frontscheiben, denn Dr. Mo erzeugt jede Menge Hitze.
|
| Belgien, ca. 5:00. Wir steuern sicherheitshalber den ersten Parkplatz an, um unsere Freunde nicht
|
| zu verfehlen. War klar und korrekt, niemand da. Dann, der zweite Parkplatz. Niemand da. Kein roter
|
| Feuerwehr-Unimog, kein oliver Unimog mit KraKa-Anhänger. Was soll’n das bitte werden? Dreckstool!
|
| Wir fahren weiter. Als nächstes kommt eine Tankstelle. Wir wollen Dr. Mo auffüllen, da wir keine Lust
|
| haben, unsere Bestände herumzuwuchten und uns einzusauen. Auch hier Fehlanzeige.
|
|   |
| Wo sind die denn alle? Etwa schon auf der Fähre?
|
|   |
| Alsdann, weiter. Noch ein Parkplatz, welche in Belgien in Abständen folgen, die nur im ausgeschlafenen
|
| Zustand und vollgetankt zu überbrücken sind. Wieder nix. Inzwischen ist es heller Morgen und 6:30;
|
| wir sind irgendwo hinter Lüttich. Mir reicht es, ich brauche einen Kaffee. Die nächste Tankstelle naht,
|
| wir machen einen Boxenstop. Und siehe da, zwei Unimogs und ein KraKa. Wir schleichen uns mit
|
| „The Noize“ an und machen nach der obligatorischen Abkühlphase „Feuer aus“.
|
|   |
| Es ist geschafft, wir sind nun unwiderruflich auf der Fahrt nach Beltring. Möglich geworden erst durch
|
| Franks Unterstützung, seine Bereitschaft, uns Dr. Mo zu überlassen und vor allem seine Eigenschaft,
|
| uns „Koniferen“ der Computerbranche das Gefühl zu vermitteln, kein Problem ist unlösbar.
|
| Seine Anwesenheit ist unsere passive Sicherheit. Ein dickes Mega-Dankeschön an ihn, den großen „f309e“!
|
|
|   |
|   |
| ...weiter zu Teil 3 ...neu Februar 2006! |
|   |
| ...ein Klick auf die Bilder vergrößert diese! |
|   |
|
Militärfahrzeuge - historische Nutzfahrzeuge BAT-Trade |
|   |
|
Hommage an einen Mog FFw. Freyhaven |
|   |
|
|
|   |
|   |
|   |
|   |
|   |