1964 bis 1985 - Meine Zeit in Hamburg

 
Da ein Mog in meinem Alter bekanntlich nicht mehr der jüngste ist habe ich meine ehemaligen Hamburger
Dienstherren um Mithilfe gebeten mein Gedächtnis ein wenig aufzufrischen...
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Claus Tiedemann von dem Verein "Hamburger Feuerwehr-Historiker e.V.",
der bei der Recherche nach Freyhavens Geschichte sehr geholfen hat und diese Dokumente und Fotografien
zur Verfügung gestellt hat. (drei der Fotos lassen sich durch anklicken vergrößern)
 
Kennzeichen: HH - 8651
Fahrzeug des Bundeskatastrophenschutzes
 
Erstzulassung: 08. September 1964
08. September 1964 bis 23. September 1971:
LSHD - Luftschutzhilfsdienst in Hamburg
Kilometerstand am 23. September 1971: 2.200 km
 
23. September 1971 bis 21. Februar 1985:
Freiwillige Feuerwehr Groß Flottbek in Hamburg
 
22. Februar bis 13. August 1985:
Im Zentrallager des Bundes in Hamburg-Rissen eingelagert
Stillgelegt: 09. August 1985
Kilometerstand am 13. August 1985: 9.792 km
 

größer: Freyhaven 1984 im Hamburger Freihafen  

 
Meine Wenigkeit - noch zu Dienstzeiten bei der FF Groß Flottbek:
Die Aufnahme entstand vor über 20 Jahren am 12. Mai 1984 im Hamburger Freihafen anlässlich einer
großangelegten Katastrophenschutzübung, an der sowohl Freiwillige Feuerwehren, als auch Einheiten
des THW und der Hilfsorganisationen teilgenommen haben. Die Kennzeichnung der Wehr Groß Flottbek
ist an meinem rechten Frontfenster deutlich zu sehen.
 

Groß Flottbek Kennzeichen 8651

 
Ich gehörte zu der ersten Generation von Katastrophenschutzfahrzeugen des Bundes, die für den 1957
gegründeten Luftschutzhilfsdienst (LSHD) in großer Stückzahl bundesweit beschafft wurden. Allein in Hamburg
gab es 130 TLF 8. Der Luftschutzhilfsdienst war eine Organisation, die bis 1972 neben dem THW existierte
und außer dem reinen Bergungsdienst, der damals Hauptaufgabe des THW war, auch Aufgaben im Brandschutz-,
Sanitäts-, ABC- und Fernmeldedienst hatte. Der LSHD war eigentlich nur für den Verteidigungsfall gedacht,
wurde aber auch bei Großkatastrophen, wie z.B. der Hamburger Sturmflut 1962, eingesetzt.
 
Die Einheiten waren in Bereitschaften zu jeweils drei Einsatz- und einem Versorgungszug gegliedert und
wurden in Gemeinschaftsstandorten untergebracht. Im Gegensatz zu den anderen Fahrzeugen des LSHD waren
wir vom Brandschutz nicht in RAL 7008 (khakigrau) lackiert sondern trugen schon damals unser schönes
RAL 3000 (feuerrot). In der Zeit von 1964 bis 1971 befand ich mich nur in Bereitschaft. Abgesehen von einigen
Übungsfahrten waren meine Kameraden und ich in einem der beiden Hamburger Zentrallager des Bundes in
Hamburg-Rissen oder Hamburg-Langenhorn (Heidberg) untergebracht. Dort warteten neben mir noch weitere
Unimog 404 S, aber auch Magirus, Borgward und Hanomag auf ihren großen Einsatz.
Glücklicherweise blieb Hamburg während meiner Zeit dort von Großkatastrophen verschont.
 

größer: TLF8 mit Zivilschutzabzeichen größer: Entgiftungsfahrzeug

 
Diese beiden Kameraden aus meiner Zeit beim Katastrophenschutz Hamburg sind heute als Museums-Unimogs
beim "Hamburger Feuerwehr-Historiker e.V." in bester Obhut. Das TLF 8 (linkes Bild) trägt noch die runden
Zivilschutzabzeichen mit dem blau-gelben Dreieck und den Buchstaben "ZS" für "Zivilschutz".
Bei dem anderen 404 handelt es sich um ein seltenes Entgiftungsfahrzeug (EF) mit Entgiftungsanhänger (EA)
des ABC-Dienstes, lackiert in RAL 2004 (reinorange).
 

 
 
Aus finanziellen Gründen und Personalmangel wurde der LSHD 1972 aufgelöst. Fahrzeuge und Personal
wurden von den bestehenden Organisationen Feuerwehr, THW, DRK, ASB, MHD und JUH übernommen.
So gelangte ich bereits im Herbst 1971 zur Feuerwehr Groß Flottbek im Westen Hamburgs, wo ich bis
Februar 1985 im Dienst war.
 

 
 
Danach wurde ich ein gutes halbes Jahr lang zusammen mit anderen TLF 8 in einem Zentrallager des
Bundes eingelagert. Bis zu meiner Ausmusterung im August 1985 blieb ich in der Verfügungsgewalt des
Bundes, um dann durch die Finanzbehörde in Hamburg versteigert zu werden.
 

 
 
Das Kennzeichen HH - 8651 weist mich übrigens als Katastrophenschutzfahrzeug des Bundes stationiert in
Hamburg aus, zu erkennen an der 8 als erste Ziffer hinter der Städtekennung. Das in meinem KFZ-Brief
handschriftlich eingetragene Zivilkennzeichen HH - YR 279 ist im Zuge der Versteigerung durch die Finanzbehörde
in Hamburg 1985 vorsorglich vergeben worden, aber aufgrund des Kaufes durch die Feuerwehr Eisenbach
im Hochschwarzwald nie tatsächlich angebracht worden.
 

Fahrzeugbrief Ausschnitt Fahrzeugbrief Ausschnitt

 
Bei Feuerwehrfahrzeugen waren die Kotflügel und Stossfänger bis in die 1970er Jahre üblicherweise schwarz
lackiert. Der besseren Erkennbarkeit wegen und um sie der nun üblichen Farbgestaltung anzupassen, sollten sie
dann bei Feuerwehrfahrzeugen weiss lackiert werden. Dies wurde vielerorts umgesetzt, so dass der Grossteil
meiner ehemaligen Kameraden danach mit weissen Kotflügeln versehen war. Ich wurde, dem Himmel sei Dank,
von dieser Neuregelung verschont und habe nach wie vor schwarz lackierte Kotflügel und Stossfänger, auf dem
linken Bild das sind meine Kotflügel.
 

ältere Version: schwarz neue Version: weiß

 
Mein Name "Moggie von Freyhaven" hat übrigens nichts, oder nur wenig, mit meinem Aufenthalt
im Hamburger Freihafen zu tun... wen das interessiert... mehr dazu unter dem Kapitel "Freyhaven".
 
 
Euer Freyhaven
 
...etwas wehmütig an die schöne Zeit in Hamburg zurückdenkend
 
20 Jahre später...im August 2004 war ich wieder im Hamburger Freihafen - schaut mal in mein "Tagebuch"